Donnerstag, 22. Januar 2009

Karibikreise #7: Cabo de la Vela

Heiss, staubig und irgendwie gottverlassen... so hiess uns das Cabo de la Vela willkommen, nachdem wir frueh in Manaure aufgestanden waren, uns die Wartezeit in Uríbia mit gebratener Ziege vertrieben und schliesslich noch zwei Stunden Pick-Up-Fahrt hinter uns gebracht hatten. Bis Uríbia sind die Strassen asphaltiert, doch dahinter geht's ueber eine Schotterpiste weiter, immer parallel zu Bahnlinie, die dem Kohletransport dient und schnurgerade durch die Wueste verlaeuft.
Die letzten Kilometer gibt es gar keine Strasse mehr, doch war dieser Teil der Fahrt der angenehmste, weil die meisten der dreizehn Fahrgaeste auf der Ladeflaeche (+ zwei auf der Stossstange, + drei in der Kabine, + Fahrer), darunter wir paar Touristen, Indianeromis und ein unglaublich bescheuerter Typ, der die ganze Zeit irgendwelchen Muell verzapfte, unterwegs ausgestiegen waren.
Das Dorf am Cabo de la Vela besteht aus einer Strasse mit ein paar Haeusern und Huetten, in denen vor allem einfache Hotels untergebracht sind, waehrend am Strand einfache Unterstaende stehen, in denen man seine Haengematte aufhaengen kann.
Suesswasser wird hier mit dem Tanklastern hingekarrt, sodass an Duschen oder eine Klospuelung gar nicht zu denken ist; Waschwasser muss man sich kaufen oder badet im Meer, das hier glatt wie ein Spiegel ist. So weit draussen trinkt man schon kein kolumbianisches Bier mehr, sondern venezoelanisches "Polar"-Bier in winzigen Flaschen, einfach weil's naeher liegt.
Wir haben vor allem in unseren Haengematten gefaulenzt und reichlich Brause getrunken, denn viel gibt's nicht zu tun, der Star ist die Landschaft - flach, karg und mit einem weiten Horizont.
Oestlich des Dorfes liegt der Pilón de Azúcar (Zuckerhut), auf dessen Spitze eine Marienstatue steht bzw. stand und ein weiterer Strand, was neben dem "Leuchtturm" (was noch uebertrieben ist) so ziemlich die einzige Attraktion darstellt, wenn man so will.
Hier blieben wir drei Tage, was sehr erholsam war nachdem wir eigentlich nie laenger als einen oder anderthalb Tage an einem Ort verweilt hatten. Muessiggang muss auch mal sein.
Schliesslich ging es irgendwann um 3:30 Uhr morgens wieder nach Uríbia und von dort aus mit Pause in Riohacha ueber Bucaramanga zu Kalle nach Duitama, wo ich auf Einladung seiner Familie noch ein paar Tage blieb. Damit ging auch unsere Karibikreise zu Ende.

Hier geht's zu den Fotos.

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